Marketing09. September 2026

Was kostet Google-Werbung für einen Handwerksbetrieb wirklich?

Google-Werbung für Handwerksbetriebe kostet im Schnitt zwischen 500 und 2.500 Euro Klickbudget pro Monat, abhängig von Gewerk und Region. Pro Klick zahlen Betriebe zwischen 1,20 Euro bei Standardarbeiten und über 15 Euro bei Notdiensten. Bei richtiger Ausrichtung führt das zu Anfragekosten zwischen 40 und 120 Euro je qualifizierter Anfrage.

Warum Klickpreise im Handwerk so stark schwanken

Google verlangt Geld, wenn jemand auf Ihre Anzeige klickt. Dieser Klickpreis richtet sich nach Angebot und Nachfrage bei der Versteigerung. Suchen viele Kunden nach einem Gewerk und bieten fünf Betriebe gleichzeitig auf denselben Begriff, steigt der Preis pro Klick.

Es gibt zwei Faktoren, die den Preis maßgeblich bestimmen: Dringlichkeit und Auftragsvolumen. Wenn ein Keller unter Wasser steht oder die Heizung im Januar ausfällt, sucht der Eigentümer sofort Hilfe. Der SHK-Notdienst oder die Rohreinigung zahlen für solche Suchbegriffe oft 15 bis 30 Euro für einen einzigen Klick. Bei planbaren Arbeiten sieht das anders aus. Wer nach einer Badsanierung, einem neuen Holzzaun oder Malerarbeiten für ein Einfamilienhaus sucht, vergleicht Angebote. Hier liegen die Klickpreise typischerweise zwischen 1,50 und 5,00 Euro.

Ein weiterer Hebel ist der regionale Wettbewerb. Im ländlichen Raum zahlen Betriebe oft nur die Hälfte dessen, was in Ballungsräumen fällig wird. Wer jedoch im Großraum München oder Augsburg arbeitet, konkurriert mit zahlreichen Betrieben. Das treibt die Gebote nach oben.

Die typischen Kosten nach Gewerk im Überblick

Die folgende Übersicht zeigt reale Erfahrungswerte aus laufenden Kampagnen für Handwerksbetriebe. Die Werte spiegeln regionale Suchanfragen im Umkreis von 25 bis 50 Kilometern wider.

Gewerk / LeistungKlickpreis (Spanne)Nötiges MonatsbudgetKosten pro Anfrage
Maler & Lackierer (Fassade, Innen)1,20 € – 3,20 €500 € – 1.000 €35 € – 70 €
Badsanierung & SHK (Planung)3,50 € – 8,00 €1.200 € – 2.500 €60 € – 130 €
SHK-Notdienst / Rohrbruch12,00 € – 28,00 €1.500 € – 3.500 €80 € – 180 €
Trockenbau & Innenausbau1,80 € – 4,50 €700 € – 1.400 €45 € – 90 €
Fliesenleger (Bad, Großformat)2,00 € – 4,80 €600 € – 1.200 €40 € – 85 €
Zimmerei & Dachsanierung4,00 € – 9,50 €1.500 € – 3.000 €70 € – 160 €
Elektroinstallation (Privat & Gewerbe)2,50 € – 6,00 €800 € – 1.800 €50 € – 110 €

Entscheidend ist nicht allein der Klickpreis. Entscheidend ist, wie viele dieser Klicks zu echten Kontaktaufnahmen werden. Wenn zehn von hundert Besuchern auf Ihrer Seite zum Hörer greifen oder ein Formular ausfüllen, liegt Ihre Abschlussquote auf der Seite bei zehn Prozent. Kostet der Klick 3 Euro, kostet Sie jede Anfrage 30 Euro.

Drei Kostenblöcke, die Sie einplanen müssen

Google-Werbung besteht nicht nur aus dem Betrag, den Sie direkt an Google überweisen. Viele Chefs vergessen die Nebenkosten und wundern sich über das Gesamtergebnis.

  1. Das reine Werbebudget (Klickkosten): Dieses Geld geht direkt per Lastschrift an Google. Sie legen ein Tagesbudget fest, beispielsweise 30 Euro. Ist das Budget aufgebraucht, schaltet Google Ihre Anzeigen für diesen Tag ab. Sie zahlen nie mehr als das festgelegte Monatslimit.

  2. Die Betreuung und Optimierung: Wer Kampagnen selbst baut, zahlt oft Lehrgeld. Eine professionelle Betreuung durch einen Dienstleister kostet im Handwerksbereich in der Regel zwischen 300 und 800 Euro netto im Monat, je nach Kampagnengröße. Diese Dienstleistung beinhaltet das Ausschließen falscher Suchbegriffe, das Anpassen von Anzeigentexten und das Überprüfen der Anfragen.

  3. Die Zielseite (Ihre Internetseite): Wenn die Anzeige gut ist, aber Ihre Internetseite langsam lädt, kein klares Impressum hat und keine direkte Telefonnummer zeigt, springen Besucher ab. Ein sauberer Auftritt ist die Basis, wie wir auch im Leitfaden zum Handwerker-Marketing im Landkreis Donau-Ries betonen. Rechnen Sie einmalig mit 500 bis 1.500 Euro, um Ihre Angebotsseiten für mobile Endgeräte fit zu machen.

Rechenbeispiel: Sanierungsbetrieb mit 8 Mitarbeitern

Betrachten wir einen konkreten Betrieb für Altbausanierung und Trockenbau. Der Chef möchte drei zusätzliche Sanierungsaufträge pro Monat gewinnen. Ein durchschnittlicher Auftrag bringt 18.000 Euro Umsatz bei einem Rohertrag von 30 Prozent, also 5.400 Euro.

  • Monatliches Klickbudget: 1.200 Euro netto
  • Durchschnittlicher Klickpreis: 3,00 Euro
  • Einkaufte Klicks pro Monat: 400 Besucher
  • Anfragequote auf der Webseite: 6 Prozent (24 Anfragen)
  • Kosten je Anfrage: 50,00 Euro (1.200 Euro geteilt durch 24 Anfragen)

Von diesen 24 Anfragen fallen im Erstgespräch 10 weg, weil die Kunden unrealistische Preisvorstellungen haben oder außerhalb des Einzugsgebiets liegen. Es bleiben 14 Besichtigungstermine vor Ort. Nach der Angebotserstellung erteilen 4 Kunden den Zuschlag. Die Abschlussquote liegt bei knapp 29 Prozent bezogen auf die Besichtigungen.

Das Resultat für den Monat:

  • Ausgaben: 1.200 Euro Klickbudget + 450 Euro Betreuung = 1.650 Euro Gesamtkosten
  • Neuer Umsatz: 4 Aufträge à 18.000 Euro = 72.000 Euro
  • Neuer Rohertrag: 21.600 Euro
  • Gewinn nach Werbekosten: 19.950 Euro

In diesem Beispiel kostet ein gewonnener Kunde rund 412 Euro Werbeaufwand. Bei einem Auftragswert im fünfstelligen Bereich ist das eine solide Investition. Bei einem Betrieb, der Reparaturen für 120 Euro ausführt, würde diese Rechnung nicht aufgehen.

Warum viele Betriebe bei Google Geld verbrennen

Wenn Handwerker berichten, dass Google-Werbung bei ihnen nicht funktioniert hat, liegt das fast immer an handwerklichen Fehlern im Werbekonto.

Der häufigste Fehler sind sogenannte weitgehend passende Keywords. Gibt ein Maler den Begriff Malerarbeiten ohne Einschränkung ein, blendet Google die Anzeige auch bei Suchen wie Maler Ausbildung Gehalt, Malerwerkzeug günstig kaufen oder Malerarbeiten selber machen Anleitung ein. Jeder dieser Klicks kostet echtes Geld, bringt aber niemals einen Auftrag.

Der zweite Fehler ist das fehlende Nachfassen. Kunden, die im Internet suchen, fragen häufig bei zwei Betrieben an. Wer sich erst nach vier Tagen zurückmeldet, erreicht den Interessenten oft nicht mehr. Der Auftrag ist dann längst an den Betrieb vergeben, der innerhalb von zwei Stunden angerufen hat.

Der dritte Fehler ist der Verzicht auf das Ausschließen unpassender Begriffe. Begriffe wie billig, kostenlos, Lehrstelle, selber machen oder Praktikum müssen von vornherein gesperrt werden. Wer mehr über meinen Hintergrund und die Arbeitsweise bei solchen Kampagnen wissen möchte, findet Details auf der Seite Über mich – Jakub Kaczmarek.

Was das für Ihren Betrieb heißt

Prüfen Sie vor dem Start von Google-Werbung die wirtschaftliche Grundlage Ihres Betriebs anhand dieser drei Schritte:

  1. Auftragswert und Marge prüfen: Legen Sie fest, welche Leistungen Sie bewerben wollen. Konzentrieren Sie sich auf Arbeiten mit einem Auftragswert ab 2.000 Euro aufwärts. Kleinstreparaturen fangen die Klick- und Betreuungskosten selten auf.

  2. Reaktionszeit im Büro sicherstellen: Sichern Sie ab, dass eingehende Anrufe und E-Mail-Anfragen innerhalb desselben Werktags beantwortet werden. Können Sie das personell nicht leisten, verpufft ein großer Teil des eingesetzten Budgets ungenutzt.

  3. Testphase festlegen: Starten Sie mit einem festen Budget für drei Monate, beispielsweise 800 Euro Klickkosten pro Monat. Bewerten Sie den Erfolg erst nach Ablauf dieser Zeit anhand der tatsächlich geschriebenen Angebote und vergebenen Aufträge, nicht anhand von Klickzahlen.

Google-Werbung ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug zur planbaren Auslastung Ihrer Mitarbeiter.

Wenn Sie wissen wollen, ob sich bezahlte Anzeigen für Ihr Gewerk und Ihr Einzugsgebiet rechnen, nutzen Sie unseren kostenlosen Anfragen-Check in 20 Minuten.

Keine Marketing-Tipps mehr verpassen

Neue Artikel über Kundengewinnung, Google Ads und Anfragen-Automatisierung für Handwerksbetriebe – direkt in Ihr Postfach. Kostenlos.

Kein Spam. Jederzeit abmeldbar.

Anwendungsmöglichkeiten

Mehr Anfragen für Ihren Handwerksbetrieb?

Kostenloser Anfragen-Check in 20 Minuten – schwarz auf weiß, welche Anzeigen Ihre Konkurrenz schaltet.