Lohnt sich MyHammer für Ihren Handwerksbetrieb wirklich?
MyHammer eignet sich für neu gegründete Betriebe, Einzelkämpfer und Handwerker mit akuten Leerlaufzeiten zur schnellen Lückenfüllung. Für gewachsene Betriebe ab fünf Mitarbeitern ist die Plattform unrentabel, da der harte Preiskampf die Marge drückt und qualifizierte Kunden eigene Wege gehen.
Was MyHammer heute für Handwerksbetriebe bedeutet
Vor zehn Jahren galt MyHammer als reine Schnäppchenjagd. Kunden suchten dort den billigsten Anbieter für einfache Hilfsarbeiten. Das Portal hat sein Gebührenmodell mehrfach angepasst. Heute zahlen Betriebe feste Monatsbeiträge und zusätzliche Gebühren für den Kontakt zu potenziellen Kunden.
Das Grundprinzip bleibt jedoch bestehen. Ein Auftraggeber stellt ein Vorhaben online ein. Mehrere Handwerker melden sich daraufhin. Der Kunde vergleicht die Profile und Angebote. Das führt in vielen Gewerken direkt zu einem Preisvergleich. Wenn drei oder fünf Betriebe um denselben Auftrag bieten, entscheidet beim Kunden meist die Zahl unter dem Strich.
Für einen selbstständigen Meister mit mehreren Gesellen und festem Fuhrpark ist dieser Ablauf gefährlich. Ein Betrieb mit laufenden Fixkosten kann nicht über den niedrigsten Preis konkurrieren. Trotzdem zahlen viele Chefs jeden Monat Gebühren an Vermittlungsportale. Sie hoffen auf gut bezahlte Aufträge, erhalten aber oft nur zeitaufwendige Anfragen.
Wer mit Vermittlungsportalen Geld verliert
Betriebe mit fest angestelltem Personal ab etwa vier bis fünf Mitarbeitern haben eine andere Kostenstruktur als ein Einzelkämpfer. Ein angestellter Geselle im Trockenbau, Sanitär- oder Elektrobereich kostet pro Stunde einen festen Verrechnungssatz. Werkzeuge, Fahrzeuge, Versicherungen und die Miete für die Werkstatt laufen durch. Diese Kosten müssen im Stundensatz kalkuliert sein.
Auf Vermittlungsplattformen treffen solche Betriebe auf Ein-Mann-Firmen oder Nebengewerbler. Wer ohne Angestellte und ohne eigene Betriebsstätte arbeitet, kalkuliert oft mit Stundensätzen, die für einen regulären Fachbetrieb existenzbedrohend wären. Wenn Sie als Meisterbetrieb versuchen, diese Preise zu unterbieten, zahlen Sie bei jedem Auftrag drauf.
Ein weiteres Problem ist der Zeitaufwand. Sie investieren Zeit in die Sichtung von Aufträgen, kaufen Kontaktdaten ein, schreiben Angebote und fahren zur Besichtigung. Wenn von zehn abgegebenen Angeboten am Ende nur ein einziger Kleinauftrag übrig bleibt, hat Ihre Kalkulation ein massives Loch. Diese unbezahlte Büroarbeit am Küchentisch frisst Ihren Feierabend auf.
Erfolgreiche Meisterbetriebe gehen einen anderen Weg und prüfen stattdessen das eigene Handwerker-Marketing im Landkreis Donau-Ries oder ihrer jeweiligen Heimatregion, um unabhängig von Drittanbietern wahrgenommen zu werden.
Wann sich MyHammer trotzdem auszahlen kann
Es gibt Situationen, in denen die Plattform ihren Zweck erfüllt. Das betrifft vor allem zwei Gruppen von Handwerkern:
- •Neugründer im ersten Geschäftsjahr: Wer sich frisch selbstständig gemacht hat, besitzt noch keine Stammkundschaft. Die Auftragsbücher sind leer, der Name im Ort ist noch unbekannt. In dieser Phase ist jede Baustelle nützlich, um Referenzen zu sammeln, Fotos von fertigen Arbeiten zu machen und erste Kundenstimmen aufzubauen.
- •Überbrückung von akuten Ausfällen: Wenn ein großer Auftraggeber kurzfristig abspringt oder sich ein Bauvorhaben um zwei Monate verschiebt, droht Leerlauf. In diesem Moment zählt die Auslastung der Mitarbeiter. Ein kleinerer Auftrag mit geringerer Marge ist dann betriebswirtschaftlich besser als Gesellen, die in der Werkstatt aufräumen.
Wer die Plattform als Notnagel oder Startrampe begreift, nutzt sie richtig. Wer sie als Hauptquelle für Neukunden plant, baut sein Unternehmen auf wackeligem Grund auf.
Die echten Kosten: Monatsgebühren, Kontaktpreise und Bürostunden
Die Kosten bei Vermittlungsplattformen bestehen nicht nur aus der Rechnung, die am Monatsende abgebucht wird. Viele Inhaber vergessen die Arbeitszeit, die in die Angebotsphase fließt.
In der Praxis zahlen Betriebe meist eine Grundgebühr. Dazu kommen Gebühren für die Kontaktaufnahme. Diese Kontakgebühr wird oft fällig, sobald Sie dem Kunden eine Nachricht schreiben dürfen – unabhängig davon, ob daraus ein Auftrag entsteht oder der Kunde überhaupt antwortet.
| Kostenfaktor | Einzelkämpfer / Kleinstbetrieb | Fachbetrieb (5–15 Mitarbeiter) |
|---|---|---|
| Monatliche Grundgebühr | ca. 60 € bis 120 € | ca. 100 € bis 250 € |
| Gebühr pro freigeschaltetem Kontakt | 10 € bis 35 € | 15 € bis 50 € |
| Gekaufte Kontakte pro Monat | 10 Kontakte (ca. 200 €) | 25 Kontakte (ca. 750 €) |
| Bürozeit für Rückfragen & Angebote | ca. 8 Stunden | ca. 25 Stunden |
| Reale Kosten pro gewonnenem Auftrag | ca. 120 € bis 180 € | ca. 450 € bis 750 € |
Diese Werte basieren auf typischen Erfahrungswerten aus dem Handwerk. Wenn Sie 25 Kontakte kaufen, erhalten Sie oft nur von zehn Interessenten eine Rückmeldung. Davon führen vielleicht vier zu einer Besichtigung. Am Ende unterschreibt ein einziger Kunde. Die Kosten der anderen 24 Kontakte müssen Sie betriebswirtschaftlich auf diesen einen Auftrag aufschlagen.
Ein Rechenbeispiel aus dem Maler- und Sanierungsgewerbe
Betrachten wir einen Malerbetrieb mit sieben Mitarbeitern. Der Chef sucht Aufträge zur Auslastung für das Frühjahr. Er nutzt dafür ein Vermittlungsportal über einen Zeitraum von drei Monaten.
- •Grundgebühr für 3 Monate: 450 Euro
- •Gekaufte Kundenkontakte (60 Stück zu durchschnittlich 28 Euro): 1.680 Euro
- •Zeitaufwand des Meisters: 35 Arbeitsstunden für Sichtung, Telefonate, Besichtigungen und Kalkulation
- •Interner Stundensatz für Büro- und Meisterzeit: 65 Euro pro Stunde
- •Gesamter Zeiteinsatz in Euro: 2.275 Euro
- •Direkte Gesamtkosten: 4.405 Euro
Aus diesen 60 Kontakten entstehen zwei Aufträge über jeweils 4.500 Euro Nettovolumen. Der Gesamtumsatz beträgt somit 9.000 Euro.
Zieht man die direkten Plattformkosten und die eigene Bürozeit in Höhe von 4.405 Euro ab, bleiben 4.595 Euro übrig. Aus diesem Betrag müssen nun noch Material, Gesellenlöhne, Fahrzeugkosten und Baustellengemeinkosten bezahlt werden. Unter dem Strich hat dieser Betrieb bei diesen Aufträgen Geld mitgebracht. Das Risiko von Gewährleistung und Reklamationen trägt der Betrieb dabei in voller Höhe.
Warum Premium-Kunden selten über Portale suchen
Kunden mit hohem Budget und anspruchsvollen Vorhaben haben andere Kriterien als den reinen Preis. Der Eigentümer eines hochwertigen Einfamilienhauses oder der gewerbliche Auftraggeber sucht Zuverlässigkeit, saubere Ausführung und feste Ansprechpartner.
Solche Kunden meiden Sammelportale aus drei Gründen:
- •Sie wollen keine Flut von fünf verschiedenen Anrufen auf ihrem Handy.
- •Sie suchen gezielt nach Fachbetrieben mit einem festen Standort in ihrer Nähe.
- •Sie informieren sich vorab auf einer aussagekräftigen Firmenwebsite über bisherige Arbeiten.
Über Vermittlungsbörsen erreichen Sie vorrangig Kunden, die wenig Erfahrung mit Handwerkerleistungen haben oder gezielt den billigsten Anbieter suchen. Diese Kundengruppe reklamiert erfahrungsgemäß häufiger und verhandelt selbst bei kleinsten Nachträgen.
Wer als Betriebsinhaber mehr über solide Strukturen für eigene Kundenanfragen erfahren möchte, liest mehr über mich – Jakub Kaczmarek und meinen Ansatz für lokale Handwerker.
Was das für Ihren Betrieb heißt: Drei klare Schritte
Wenn Sie derzeit Geld für Vermittlungsportale ausgeben oder darüber nachdenken, sollten Sie folgende Punkte sofort umsetzen:
- •Rechnen Sie die echten Akquisitionskosten aus: Nehmen Sie die Rechnungen des Portals der letzten sechs Monate. Zählen Sie Ihre Arbeitsstunden für unbezahlte Angebote dazu. Teilen Sie diese Summe durch die Anzahl der tatsächlich abgeschlossenen Baustellen. Liegt der Wert über 15 Prozent des Deckungsbeitrags, ist der Kanal unrentabel.
- •Kündigen Sie teure Plattform-Abos bei niedriger Abschlussquote: Wenn Sie mehr Zeit mit dem Hinterhertelefonieren verbringen als mit dem Arbeiten auf der Baustelle, stoppen Sie die Ausgaben. Setzen Sie stattdessen auf Ihr eigenes Google-Unternehmensprofil und gezielte Empfehlungen zufriedener Bestandskunden.
- •Schaffen Sie direkte Anfragen über eigene Kanäle: Sorgen Sie dafür, dass Bauherren aus Ihrem Landkreis direkt bei Ihnen im Büro anrufen. Wer die eigene Internetseite als verlässlichen Anfragengenerator aufbaut, zahlt keine Provisionen an Dritte und behält die volle Kontrolle über seine Preise.
Vermittlungsportale sind für etablierte Handwerksbetriebe fast immer ein teurer Umweg, der die Marge auffrisst und falsche Kunden anzieht.
Lassen Sie uns in einem kurzen Gespräch prüfen, wo Ihr Betrieb bei der Kundengewinnung steht: Nutzen Sie den Anfragen-Check in 20 Minuten für eine ehrliche Bestandsaufnahme.
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